Dankeschön - für die großartige Teilnahme am Benefiz-Frauenkino

SI-Benefizkino „Sibel“ füllt zwei Kinosäle

Die Herbstausgabe der Kinoveranstaltung vom Soroptimist-Club hat an den bisherigen Erfolgen angeschlossen. Der Film Sibel füllte zwei Kinosäle.

 

Schon von weitem hörte man das Stimmengewirr der Besucherinnen und Besucher im Foyer des Cinetech-Kinos. Bei einem Begrüßungsdrink stimmten sich die Gäste auf den Film ein. Begrüßt wurden sie von Edgar Fuchs (Cinetech) und der amtierenden SI-Präsidentin Barbara Haverkamp. Sie klärte die immer wiederkehrende Frage: SI – wofür steht das eigentlich? „SI ist die Abkürzung für Soroptimist International. Der recht sperrige Name Soroptimist ist abgeleitet vom lateinischen sorores optimae und  bedeutet so viel wie beste Schwestern oder Schwestern im Geiste.“ Schwestern im Geiste trifft ihrer Meinung nach das ehrenamtliche Engagement am besten. „Denn alle SI-Schwestern … und wir sind viele… rund 80.000 Mitglieder weltweit, alleine in Deutschland über 6.600 Schwestern in 218 Clubs… treten an, um die Lebensbedingungen von Frauen und Mädchen zu verbessern. Facettenreich ist diese Aufgabe und darum immerwährend und notwendig, um benachteiligten Frauen eine Stimme zu geben.“ erklärt sie das Ansinnen von SI. Die weltweit größte Serviceorganisation berufstätiger Frauen mit gesellschaftspolitischem Engagement generiert im Jahr circa 15 Millionen Euro Spendengelder, die in soziale Projekte fließen. „Den Erlös aus dem heutigen Kinoabend spenden wir dem Frauenhaus in Rheine.“ informiert Haverkamp und stimmt die Kinobesucherinnen auf den Film ein. Poetisch und bildgewaltig begleitet die türkisch-französische Inszenierung die junge Frau auf ihren Weg, von der Außenseiterin hin zur emanzipierten Frau. Sibel ist 25 Jahre und stumm.

Sie lebt mit ihrem Vater und ihrer Schwestern weit abgelegen in einem kleinen türkischen Dorf. Sie beherrscht und nutzt zur Kommunikation die traditionelle Pfeifsprache der Bauern. Von der Dorfgemeinschaft wird Sibel ausgeschlossen. Ihr Handicap macht den traditionsbehafteten Menschen Angst. Sie leben in ihren gesellschaftspolitischen Strukturen und dulden keine Abweichungen. Sibel – großartig dargestellt von Damla Sönmez – hat eine gewisse Narrenfreiheit, sie ist die einzige im Dorf, die kein Kopftuch trägt. Sie geht mit dem Gewehr auf dem Rücken allein in den Wald, um eine alte Frau zu umsorgen und sucht nach dem sagenumwobenen Wolf – der sich als Fiktion der Dorfgemeinschaft herauskristallisiert. Dennoch findet Sibel in den Wäldern ihre Identität. Ein Rebell versteckt sich in ihrem Unterschlupf. Sibel hilft ihm und erfährt zum ersten Mal, wie schön es ist geliebt zu werden. Nach dem Film waren sich die Gäste einig – eine stark gespielte, nuanciert erzählte Geschichte über Emanzipation, Gegenwehr und die vielen komplexen, doppelschneidigen Eigenheiten, die einem das Leben entgegenwerfen kann. „Wow, der Film ist hart und zart zugleich“ resümieren die SI-Schwestern und sind sich einig, Veränderungen sind auch unter schweren Bedingungen möglich. Das spornt an für die weiteren Aktivitäten, die längst in Vorbereitung sind. Bereits zum fünften Mal nimmt der SI-Club vom 06. bis 08. Dezember am Sternschnuppenmarkt teil. Immer mit dem Ziel vor Augen, Spenden für die sozialen Projekte zu sammeln.




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